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Osterbräuche im Thermenland Steiermark

Strenge Fastenzeit (40 Tage vor Ostern)

Mit dem Beginn der Fastenzeit wurde nicht nur der Tanz, sondern vor allem auch das Fleischessen eingestellt. Die Bäuerin nahm diesen Brauch derart ernst, dass sie das Kochgeschirr nochmals gründlich von Fettrückständen reinigte. Gekocht wurde ab sofort nur mehr mit Öl, wobei das Ripsöl am stärksten in Verwendung stand. Der intensive Geschmack dieses Öles wurde von vielen Personen als äußerst unangenehm empfunden, trotzdem hielt man streng an diesen Regeln fest.

Fasttage gab es nicht nur in den 40 Tagen vor Ostern, sondern auch der Freitag und vereinzelt auch der Mittwoch wurden streng als solche gehalten. In vielen Häusern gab es an diesen Tagen kein Fleisch, man befürchtete zu sehr, dies würde zu großem Unglück führen. Vor allem hatten die Bauern Angst, dass mit den Tieren im Stall etwas "passieren" könnte. "Kein Glück im Stall" war für die Bauern unausdenkbar. So ist auch der weit verbreitete Spruch "Kuah verrecken, tuat den Bauern schrecken. Bäuerin sterben ist kein Verderben" zu verstehen.

Palmsonntag - Palmbesen

Die Karwoche beginnt mit dem Palmsonntag, jenem Tag also, an dem Jesus auf einem Esel reitend in Jerusalem einzog. An diesen Einzug erinnern in weiten Teilen des Landes die Palmbuschen. Die Palmbuschen sind sowohl in der Größe als auch in der Zusammensetzung unterschiedlich. Die einzelnen Zweige der Salweide ("Palmkatzerl") werden mit Weidenbändern ("Bandweiden") mehrmals zusammengebunden. Für jede Bundstelle ("Bandweidenringerl") bekamen die Kinder einst vom Vater oder der Mutter ein Ei als Belohnung.

In der Pfarrkirche werden die Palmbuschen am Palmsonntag geweiht. Danach wird der geweihte Palmbuschen meist in den Herrgottswinkel oder in die verschiedenen Räume des Hauses gelegt. Auch auf die Stalltüren wird je ein Palmzweig gesteckt. Man erhofft sich dadurch einen Schutz gegen Blitzschlag und Zerstörungen durch Unwetter sowie ein gesundes Vieh. Geweihte Palmzweige lagen über das ganze Jahr im Haus bereit und wurden bei einem Unwetter im Herdfeuer verbrannt, damit der geheiligte Rauch gegen den Himmel aufsteigt und das Unwetter - vor allem Hagel - vertreibt. Noch immer wird der Palmbuschen liebevoll gebunden und mit Kranawett (Wacholder) und Immergrün verziert.

Die Reste des geweihten Palmbesens vom Vorjahr verwendet die Hausfrau beim Weihbrotbacken. Beim Einheizen des Backofens wird der alte Palmbesen ins Feuer gelegt. Auch beim Kochen des Weihfleisches wird ein Zweig des Palmbesens vom Vorjahr ins Feuer gelegt. Doch nicht nur mit dem Palmbesen will man sich vor Unglück und Unwetter schützen, sondern auch das "Sprengen" mit Weihwasser vor der Haustür hält das herannahende Unwetter ab. Seit neuestem wird dafür sogar das kostbare "Lourdes-Wasser", das von Wallfahrern aus Südwestfrankreich mitgebracht wird, verwendet. Bei schweren Hagelunwettern werden Kinderwindeln in den Hof geworfen, oder, und dies war fast in jedem Haus üblich, es wird die Mistgabel mit dem Stiel in den Misthaufen gesteckt, dass die Gabelspitzen in den Himmel stehen. Damit erhoffte man sich, dass der Hagelschlag ("Schauer") aufhört.

  • Fürstenfeld 10.00 Uhr Palmweihe am Hauptplatz, anschl. Prozession in die Stadtpfarrkirche, 
    Leidensgeschichte und Eucharistiefeier

(c)

Gründonnerstag und Karfreitag

Am Gründonnerstag geht man abends in die Kirche, isst kein Fleisch und womöglich eine Grünspeise. Weithin wird die Meinung vertreten, dass der Gründonnerstag unbedingt etwas mit "Grünem" und nicht mit dem "Greinen", also dem Weinen, zu tun hat. Wenn am Gründonnerstag die Kirchenglocken nach Rom fliegen, gehen die Buben mit Holzratschen von Haus zu Haus, ratschen damit laut und sagen Sprüche auf.

Der strengste Fastentag im Jahr ist der Karfreitag. Vor allem ist an diesem Tag jede Erdarbeit strengstens verboten, weil Christus im Grab nicht gestört werden darf. Wer trotzdem an diesem Tag in der Erde arbeitet, wird vom Unglück verfolgt werden. Verboten ist auch das Wäschewaschen und wenn man Wäsche an diesem Tag aufhängt, soll angeblich jemand im Haus sterben.

Weihfeuer

Bevor am Karsamstag die Osterspeisen geweiht werden, stehen viele oststeirische Kinder an diesem Tag schon sehr früh auf. Dabei handelt es sich um die „Weihfeuerträger“, die sich mit ihren Gluttöpfen bei der Kirche treffen, um ihren Zunder und die selbst gesammelten Baumschwämme mit dem geweihten Feuer zu entzünden. Anschließend laufen die Jugendlichen in alle Richtungen davon, um möglichst schnell bei den einzelnen Häusern ihrer Gemeinden zu sein, um das Weihfeuer zu überbringen.

Dieser Brauch stammt aus jener Zeit, in der es noch keine Streichhölzer oder Feuerzeuge gab und die Menschen das Herdfeuer nicht ausgehen lassen konnten und dafür sorgen mussten, dass das Feuer auch die Nacht überdauerte. Dazu verwendete man eigene Gluttöpfe. Nur einmal im Jahr, am Karfreitag, ließ man das Feuer bewusst ausgehen. Am Karsamstag sollte das Feuer durch „geweihtes Feuer“, das Buben von den Pfarrkirchen überbrachten, entzündet werden. Nur die ersten, die bei den Häusern eintrafen, erhielten besondere Gaben. Deshalb versuchten die Buben auch, besonders schnell zu sein. Dieses Bestreben besteht noch immer  – und viele Kinder stocken zu Ostern als Weihfeuerträger ihr Taschengeld ganz schön auf.

Fleischweihe

Mit dem Weihfeuer und dem alten Palmbesen vom Vorjahr kocht die Bäuerin dann das Geselchte für die Fleischweihe. Leider ist dies durch die vielen elektrischen Herde nicht mehr möglich. Dann beginnen vor den Ortskapellen die Fleischweihen.

In einen Weidenkorb gibt man Osterbrot, Fleisch, bunte Eier, Kren, Würstln. Mit diesem geht man zu einem der Pestkreuze rund um die Stadt verteilt, wo ein Priester die Osterspeisensegnung vornimmt.

Osterfeuer

Bei Einbruch der Dunkelheit werden auf den Anhöhen die Osterfeuer entzündet. Äußerst selten sind Osterkreuze, die mit kleinen brennenden Holzstücken, wie dies in Waasen am Berg erfolgt, beleuchtet werden. Meist sorgen Glühlampen für die Kreuzbeleuchtung.

Im Südosten der Steiermark finden die traditionellen Osterkreuzfeste am Ostersamstag und Ostersonntag statt. Unter anderem wird dieses Brauchtum in Jamm, Bairisch Kölldorf, Hochstraden, Laasen und Maierdorf gelebt.

Der Osterhase (Karsamstag Nachmittag oder Ostersonntag)

Ostern ist auch ein Freudenfest für die Kinder, da sie am Karsamstag Nachmittag oder Ostersonntag früh vom Osterhasen beschenkt werden. Doch die gefärbten Eier und die Süßigkeiten sind nicht leicht zu finden, denn sie werden vom Osterhasen im Hof oder im Haus gut versteckt.

Emmausgang am Ostermontag

Ein nahezu in Vergessenheit geratener Brauch auf Ostermontag ist der sogenannte "Emmausgang". Der Emmausgang ist ein christlicher Brauch, vor allem in Süddeutschland und in Österreich, in Erinnerung an den Gang der Jünger nach Emmaus, denen sich Jesus Christus unerkannt anschließt. Ausgeführt wird der Emmausgang als ein geistlicher Gang mit Gebet und Gesang oder als ein besinnlicher Spaziergang durch die erwachende Natur am Ostermontag, der deshalb auch Emmaustag heißt.

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